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19.11.2008
PM Landesregierung muß ländlichen Raum stärken!
   
Schleswig-Holsteinischer Landkreistag
PresseMitteilung
 
Abgesandt am 20.11.2008 um Uhr Sperrfrist: -

Landesregierung muß ländlichen Raum stärken!
 
Mitgliederversammlung des Landkreistages diskutiert die Entwicklung des ländlichen Raumes
 

Auf der Mitgliederversammlung des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages am 20.11.2008 in Segeberg wurde von den Delegierten des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages die besondere Schutzbedürftigkeit des ländlichen Raumes hervorgehoben. Dabei wurde der Gesetzgeber aufgefordert, über das Raumordnungsgesetz und den Landesentwicklungsplan, dessen Novellierung derzeit beraten wird, die notwendige Entwicklung des ländlichen Raumes sicherzustellen. 
 
Für die Menschen, die auf dem Land wohnen, müssen gleichwertige Lebensbedingungen ebenso wie für die Bewohner von Städten und Ballungsräumen gelten. Dies betrifft nicht nur die Arbeitsplätze oder Schulen, sondern die gesamte wirtschaftliche, soziale und kulturelle Infrastruktur. Wie der Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages, Landrat Sager, betonte, umfassen die ländlichen Räume in Schleswig-Holstein nahezu 80 % der Fläche. Dort lebt fast die Hälfte der Bevölkerung unseres Landes. Täglich werden hochwertige Lebensmittel erzeugt und damit mehr als ein Drittel unser Wirtschaftsleistung erbracht. Darüber hinaus erfüllen ländliche Räume wichtige Aufgaben für die Gesellschaft. Sie bieten eine großartige landschaftliche, natürliche und kulturelle Vielfalt. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sichern unsere Lebensgrundlagen. Fragen der Besiedlung, eines ausreichenden Arbeitsplatzangebotes, einer funktionsfähigen Infrastruktur und Lebensqualität sind für die Menschen im ländlichen Raum deshalb nach Auffassung von Landrat Sager von zentraler Bedeutung für die Zukunft des ländlichen Raumes. Unsere Gesellschaft nimmt die erheblichen Leistungen ländlicher Räume z. B. Rohstoff- und Energieerzeugung, Klimaregulation oder die Pflege reicher Kulturlandschaften viel zu wenig zur Kenntnis, betont Sager.
 
Aus der Sicht des Geschäftsführers des Landkreistages, Jan-Christian Erps, ist es Aufgabe der Politik, eine Abwärtsspirale aufgrund der demografischen Veränderungen in den ländlichen Gebieten zu verhindern. Darüber hinaus zeigt sich nach Auffassung von Erps, dass kleine und mittlere Unternehmen, Kulturprojekte oder Schulinitiativen zeigten, dass die ländlichen Räume in Schleswig-Holstein lebendig sind. „Basis einer solchen Entwicklung sind funktionierende Infrastrukturen, ob Verkehrswege, öffentlicher Nahverkehr oder Bildungseinrichtungen. Ein drohender Rückbau nimmt einer Region alle wirtschaftlichen Perspektiven und ist kaum reversibel“ meint Erps weiter. „Dass speziell an ländliche Räume angepasste Infrastrukturen benötigt werden, wird nach Auffassung des Vorsitzenden des Landkreistages fast überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Dabei lägen nach Auffassung von Landrat Sager „die Hemmnisse der Infrastrukturanpassung nicht in geografischen oder demografischen Bedingungen, sondern vielfach in der hohen Regelungsdichte, der scharfen sektoralen Trennung zwischen den Infrastrukturbereichen sowie in verkrusteten Förder- und Finanzierungsstrukturen“. Beispiele aus Skandinavien oder den USA belegten zudem, dass auch in dünn besiedelten Räumen Ruhe, Weite und Naturnähe auch Triebkräfte einer eigenständigen Regionalententwicklung sind. Nach Ansicht des Geschäftsführers des Landkreistages sind zudem Fragen der Besiedlung, eines ausreichenden Arbeitsplatzangebotes, einer funktionsfähigen Infrastruktur und Lebensqualität für die Menschen im ländlichen Raum daher von zentraler Bedeutung. Nur durch eine Steigerung der Attraktivität ländlicher Räume für die Bewohner und durch die Entwicklung von entsprechenden Infrastrukturleistungen kann ein Rückgang der Bevölkerung vorgebeugt und das Potential dieser Räume langfristig genutzt werden. Hierzu gehört nach Auffassung von Erps auch die Lösung der Frage, wie kommunale Infrastruktur bei abnehmender Bevölkerung finanzierbar gehalten werden kann. Hier muß unbedingt auch in den Finanzausgleichssystemen der Länder stärker die Fläche als Bedarfsindikator in den Blick genommen worden. Wenn man gleichwertige Lebensverhältnisse will – und dies bleibt unser Ziel – muß man die Kommunen als Verantwortliche für die Flächeninfrastruktur entsprechend dieser Aufgaben ausstatten.“ Letztlich bedarf es nach Auffassung von Landrat Sager zudem einer raumordnungspolitischen Grundaussage wie der Land- und Forstwirtschaft Entwicklungsmöglichkeiten zwischen Klima-, Landschafts- und Naturschutz auf der einen und wettbewerbsfähiger Produktion für Nahrung, Energie auf der anderen Seite offen gehalten werden können. Die Kreise fordern die Landesregierung auf, sich ihrer Mitverantwortung für die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume bewusst zu werden und gemeinsam mit den Kreisen für deren Zukunft zu handeln.
 

 
Diese PresseMitteilung ist auch unter www.sh-landkreistag.de (Aktuelles, Presse) verfügbar!
 
Verantwortlich:    Jan-Christian Erps
      Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
      des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages

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