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04.11.2010
Pressemitteilung zur Resolution des Landkreistages zur Zukunft der ambulanten ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum
   
Schleswig-Holsteinischer Landkreistag
PresseMitteilung
 
Abgesandt am 05.11.2010 um Uhr Sperrfrist: - 16:00
           
Die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum muss auch in Zukunft sichergestellt sein!
Anlässlich der Mitgliederversammlung des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages am 05.11.2010 beschlossen die Delegierten aus den Kreisen eine Resolution zur Zukunft der ambulanten ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum.
„Die medizinische Versorgung auf dem Land muss dringend verbessert werden“, forderte Reinhard Sager, Vorsitzender des Landkreistages. Er hob insbesondere den sich weiter verschärfenden Mangel an Haus- und Fachärzten hervor: „Viele ältere Haus- und Fachärzte werden in den nächsten Jahren aus dem Dienst ausscheiden. 64 Prozent aller Hausärzte sind schon jetzt über 50 Jahre alt. In vielen Fällen wird es aber nicht gelingen, junge Mediziner von der Übernahme der Praxis zu überzeugen.“ Eine älter werdende Gesellschaft sei aber auf mehr medizinische Versorgung direkt am Wohnort angewiesen, so Sager. „Der Anteil der über 60-Jährigen steigt laut Statistikamt Nord von heute 26 auf etwa 35 Prozent im Jahr 2025. Während immer mehr Menschen an Herzkreislaufleiden, Demenz und Diabetes erkranken, sinkt die Zahl der Ärzte, “stellte Sager fest.
„Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) wird im Rahmen ihrer Sicherstellungsverantwortung und im gemeinsamen Zusammenwirken mit den Krankenkassen aufgefordert, in den kommenden Jahren eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung in den Kreisen unseres Landes zu gewährleisten. Gelingt dies nicht, müssen die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen verändert werden“, stellte das Gf. Vorstandsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages, Jan-Christian Erps, fest.
„Mit der Resolution wird die Landesregierung aufgefordert, auf die Bundesregierung einzuwirken, den Gemeinsamen Bundesausschuss auf die Prämisse einer gleichmäßigen Versorgungsdichte und Versorgungsqualität in ganz Deutschland zu verpflichten“, ergänzte Erps.
„Die Landesregierung in Schleswig-Holstein wird aufgefordert, dem Mangel niedergelassener Ärzte in den ländlichen Regionen unseres Landes wirkungsvoll zu begegnen und im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten auch in Zukunft eine flächendeckende haus- und fachärztliche Versorgung sicherzustellen“, betonte Sager. „Wir brauchen eine detaillierte Planung, wo und wie Ärzte sich niederlassen können, die Kommunen und die Länder müssen an der ärztlichen Bedarfsplanung beteiligt werden, um Unterversorgung künftig zu vermeiden. Bislang befördern die Planungsmechanismen eher die Ausdünnung von Versorgungsangeboten im ländlichen Raum zugunsten der größeren Städte“, so Erps weiter.
„Die Bedarfsrichtlinien für die Niederlassung müssten dringend demographiebedingt überarbeitet werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten angehalten sein, die Versorgungsplanung kleinräumiger und bei der hausärztlichen Versorgung möglichst gemeindescharf vorzunehmen“, ergänzte Erps.
Darüber hinaus muss die Landesregierung gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz dafür Sorge tragen, dass in Zukunft ausreichend Mediziner für ländliche Regionen zur Verfügung stehen; insbesondere sind Studienplätze in ausreichender Zahl bereit zu stellen.
Diese PresseMitteilung ist auch unter www.sh-landkreistag.de (Aktuelles, Presse) verfügbar!
Verantwortlich: Jan-Christian Erps
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
Des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages


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